Interview mit Alina und Alexander Komar

von | 18.12.2015 | Interview, Projekt | 0 Kommentare

Alina und Alexander – Spielerisch zum Bedingungslosen Grundeinkommen

Am 8. Dezember wurde ich über einen Facebook-Beitrag auf der Seite von unserem Ministerium für Glück und Wohlbefinden auf das Projekt von Alina und Alexander Komar aufmerksam. Dort stand, dass ein engagiertes junges Team eine tolle Idee hat, nämlich das große Gesellschafts-Spiel zum Bedingungslosen Grundeinkommen (BGE). Und man solle bei dieser interessanten startnext-Kampagne vorbeischauen und das kreative Team rund um dieses Gesellschafts-Spiel unterstützen. Gelesen, getan – und begeistert! Als Befürworterin des BGE war ich sofort neugierig auf das Projekt. Und einmal spielerisch zu erproben, wie unsere Gesellschaft funktionieren würde, wenn es so ein Grundeinkommen gäbe, finde ich genial. Also nahm ich Kontakt zu den beiden Protagonisten auf und es entstand die Idee für das nachfolgende Interview.

INTERVIEW

Liebe Alina, lieber Alexander, danke euch sehr, dass ihr euch in der Startphase eures Crowdfundings auf startnext Zeit für dieses Interview nehmt. Hier meine Fragen an euch.

Eure Projektidee: In der Projektbeschreibung macht ihr deutlich, dass sich die Menschen immer die gleichen Fragen stellen, wenn es um das Thema „BGE“ geht. Ihr seid der Meinung, dass Antworten am besten darauf gefunden werden, wenn man die Menschen selbst in die Lage versetzt, in einer Gesellschaft zu handeln, in der das BGE schon Wirklichkeit ist. Nun hättet ihr euch ja beispielsweise auch entschließen können, den Verein „Mein Grundeinkommen“ zu stärken, der seit einiger Zeit Spenden sammelt und sobald 12.000 Euro zusammengekommen sind, ein Grundeinkommen an die Crowd verlost. Warum seid ihr dennoch den Weg gegangen, euch ein Gesellschaftsspiel auszudenken?

Michael Bohmeyer hat mit „Mein Grundeinkommen“ eine großartige Idee Wirklichkeit werden lassen, indem er einigen Menschen die Möglichkeit gibt, das Bedingungslose Grundeinkommen im realen Leben auszuprobieren. Natürlich kann damit noch nicht jeder das BGE erfahren, die Anzahl der Leute, die das „BGE für ein Jahr“ gewinnen können, hängt von der erreichten Spendensumme ab. Unser Spiel soll es ermöglichen, dass jeder, der sich mit dem Thema auseinandersetzen möchte, dies spielerisch tun kann. Aber natürlich finden wir „Mein Grundeinkommen“ klasse und sind auch schon mit den Leuten hinter dem Projekt in Kontakt getreten. Wir hoffen, dass wir das Thema BGE gemeinsam immer mehr Menschen in Deutschland zugänglich machen können.

Als ihr das Spiel entwickelt habt, was hat euch am meisten Spaß dabei gemacht?

Am meisten Spaß hatten und haben wir bei den unzähligen Gesprächen mit Freunden, die uns immer wieder aufgezeigt haben, welche Bereiche des Lebens vom BGE betroffen sein werden und wie umfangreich dieses Thema dadurch ist. Sowohl optimistische als auch kritische Stimmen helfen uns dabei enorm, das Spielkonzept zu verfeinern und die wesentlichen Aspekte zu identifizieren. Die Entwicklung ist aber noch nicht abgeschlossen, wir freuen uns daher über eine rege Beteiligung der Community und werden im Laufe der Kampagne unsere Unterstützer aktiv einbeziehen und deren Ideen in das Konzept mit aufnehmen.

 Was waren während der ersten Entwicklungsphase die größten Herausforderungen?

Das BGE ist ein sehr komplexes gesellschaftspolitisches Konzept, das kontrovers diskutiert wird. Dazu gibt es sehr viele unterschiedliche Umsetzungsmodelle. Die größte Herausforderung war es daher, dieses komplexe Konzept so zu vereinfachen, dass es in einem Brettspiel, dessen Spieldauer etwa 60 Minuten beträgt, verstanden und erfahren werden kann. Was wir uns dabei auch immer vor Augen halten: Spielen bedeutet vor allem Spaß und der soll dabei natürlich nicht zu kurz kommen.

Alina Komar

Alina Komar

 Alina: Du sagst: „Um sich als Gesellschaft weiterentwickeln zu können, muss ein Umdenken bei jedem von uns passieren – und das geht am besten, indem wir alle klein anfangen, zum Beispiel mit einem Spiel.“ Warum ist aus deiner Sicht ein Spiel gut geeignet, um einen Veränderungsprozess in Gang zu bringen?

Spielen ermöglicht Lernen auf einer anderen Ebene als wir das als Erwachsene normalerweise tun. Spielen bedeutet, man kann in eine andere Realität eintauchen, anstatt sich nur mit theoretischen Konstrukten zu beschäftigen. Das erleichtert dann auch den Zugang zu der Theorie, die natürlich auch wichtig ist. Menschen brauchen unterschiedliche Zugänge zu Themen. Mit unserem Spiel vereinen sich einige dieser Zugänge, beispielsweise das persönliche Erfahren und die daraus resultierenden Diskussionen. Das wiederum kann einen Veränderungsprozess in Gang setzen, der die Menschen befähigt, eine begründete und eigenständige Meinung zu entwickeln und zu vertreten.

Alexander Komar

Alexander Komar

Alexander: Du sagst: „Was kann schöner und sinnvoller sein, als gemeinsam in netter Runde ein Spiel zu spielen und sich dabei gleichzeitig mit einem gesellschaftlich relevanten Thema auseinanderzusetzen?“ Was ist der Vorteil, wenn man sich in bzw. mit einem Spiel einem komplexen Thema nähert?

Ein Spiel ist erst einmal eine freiwillig gewählte Freizeitbeschäftigung. Keiner zwingt einen zum Spielen und dabei auch noch etwas zu lernen. Wenn man sich entschließt, mit guten Freunden ein Spiel zu spielen, so macht man das in erster Linie, weil man gemeinsam Spaß haben möchte. Es ist ungezwungen und unaufdringlich. Das Erkennen und Verstehen fällt somit viel leichter und ist weniger beeinflusst, als wenn man zum Beispiel langen Vorlesungen zuhören oder Bücher wälzen müsste, die einem nicht selten eine bestimmte Perspektive und Meinung vorgeben.

Beide: Was braucht ihr derzeit von den Menschen, die diesen Blogbeitrag lesen?

Wir möchten das Projekt über ein Crowdfunding finanzieren und realisieren. Das bedeutet, dass wir möglichst viele Unterstützer für unsere Kampagne gewinnen möchten, von denen jeder einen selbstgewählten finanziellen Beitrag leisten kann und dafür im Gegenzug ein Dankeschön, zum Beispiel in Form des fertigen Spiels, erhält. Bis die Kampagne im Februar startet, freuen wir uns über jeden Unterstützer, der auf unserer Crowdfunding-Seite bei startnext per Anmeldung ein „Fan“ wird. Alle Fans werden regelmäßig über den Stand unseres Projekts auf dem Laufenden gehalten, können ihre Ideen aktiv einbringen und bekommen als erste mit, wenn die Finanzierungsphase startet und das Spiel erhältlich ist.

Lieblingsspielorte

Alina: Wo hast du als Kind am liebsten gespielt?

Im Kinderzimmer meiner Schwester und mir stand ein Kaufladen, mit dem wir beide sehr gerne gespielt haben. Außerdem hatten wir in unserem Garten eine Art Höhle, die aus einem Strauch entstanden war, in der wir viele tolle Geschichten erlebt haben. Später waren es dann die Spielabende mit Brettspielen bei meinen Großeltern und auch zu Hause, wo es jedes Jahr zu Weihnachten neue Spiele gab, die sofort ausprobiert wurden.

Und wo(mit) spielst du aktuell am liebsten?

Mittlerweile sind wir dabei, unsere eigene Spiele-Sammlung an Brettspielen immer mehr zu erweitern und laden gerne Freunde zum Abendessen und einer gemeinsamen Spielrunde zu uns ein.

Alexander: Wo hast du als Kind am liebsten gespielt?

Als Kinder habe ich mich fast täglich mit den Jungs aus der Wohnsiedlung hinter unserem Haus getroffen. Dort fanden wir uns in einem leicht verwilderten Garten mit vielen Bäumen und Sträuchern wieder. Natürlich hat sich das perfekt zum Verstecken-Spielen angeboten.

Und wo(mit) spielst du aktuell am liebsten? 

Neben den schon erwähnten Spielabenden mit Freunden, verbringe ich auch gerne mal einen Abend am PC oder an der Spielkonsole. Ich war schon immer ein „Nerd“ was das Spielen angeht. Ich bin optimistisch, dass mir die Spiellust bis ins Rentenalter erhalten bleibt.

Liebe Alina, lieber Alexander, vielen Dank für das Gespräch. An euch und eurer Idee wird deutlich, dass ein Spiel, und in eurem Fall ein Brettspiel, auch geeignet sein kann, den Zugang zu einer komplexen gesellschaftlichen Herausforderung zu schaffen. Ich finde es großartig, dass ihr mit soviel Herzblut dabei seid, denn das merkt man euch wirklich an. So wünsche ich euch viel Erfolg für die Start- und die anstehende Finanzierungsphase dann ab Februar kommenden Jahres! Ich bin jedenfalls schon mal Fan von euch und eurem Projekt  und kann jedem raten, es mir gleich zu tun :o). Alles, alles Gute für euch, euer Spiel und „eure Mission“!

Fotonachweis:

Alina und Alexander Komar // Das Gesellschafts-Spiel

LINKS

www.startnext.com/das-gesellschafts-spiel

www.das-gesellschafts-spiel.de

www.facebook.com/dasgesellschaftsspiel

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Hinweise

 

Mir ist es wichtig, dass das Persönlichkeitsrecht Einzelner nicht verletzt wird. Insofern sollten auf deinem Foto außer dir andere Menschen nur von weitem zu sehen sein.

Denn nach dem so genannten "Bildnisrecht" ist es zwar erlaubt, Personen als "Beiwerk" einer Landschaft oder einer sonstigen Örtlichkeit (also z. B. auch eines Spielplatzes) abzulichten.

Um das Persönlichkeitsrecht Einzelner nicht zu verletzen, ist es also wichtig, dass du nicht "gezielt" fremde Menschen (Großaufnahme) fotografierst. Menschen aus der Ferne sind okay, solange sie nicht zu erkennen sind. Ausführlich nachzulesen ist diese gesetzliche Regelung im deutschen Kunsturhebergesetz, hier vor allem §22 + §23 KUG.

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